Welt 10.10.2026
13:59 Uhr

„Susanne ragebaitet uns alle“ – ARD‑Video heizt Spekulationen um Jugendwort des Jahres an


Fast ebenso heiß erwartet wie das „Jugendwort des Jahres“ ist alljährlich dessen Präsentation durch „Tagesschau“-Sprecherin Susanne Daubner. Diesmal leistete sich die ARD vor der Verkündung eine besondere Spielerei – und das ZDF stieg gleich mit ein.

„Susanne ragebaitet uns alle“ – ARD‑Video heizt Spekulationen um Jugendwort des Jahres an
Die südafrikanische Friedensnobelpreisträgerin Navanethem Pillay kritisiert die US-Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof, an dem sie selbst bis 2008 Richterin war.
Foto: Daniel Karmann/dpa

Zunächst einmal die Meldung: Das Jugendwort des Jahres 2026 heißt „Ragebait“, was auf Deutsch (wörtlich übersetzt) wohl „Wut-Köder“ heißen würde. Der Begriff stehe für Inhalte, die in sozialen Medien absichtlich Zorn oder Empörung auslösen sollen, erklärte der Langenscheidt-Verlag am Samstag auf der Buchmesse in Frankfurt am Main. Häufig handele es sich dabei um Falschmeldungen oder abstruse Meinungen, die Aufmerksamkeit und damit eine hohe Reichweite erzielen sollten. Hinter „Ragebait“ (36,5 Prozent) liegt mit geringem Abstand „Peak“ (33,8 Prozent), zu Deutsch „Gipfel“. Das Wort weist auf das „Beste vom Besten“ hin. Platz drei belegt in der Jugendsprache laut Langenscheidt-Verlag der Begriff „Crashout“ (Absturz) mit 29,7 Prozent. Er beschreibe eine Person, die völlig die Fassung verliere. „Das knappe Ergebnis zeigt, dass alle drei Begriffe einen festen Platz im Vokabular der Generationen Z und Alpha haben“, sagte Artur Raiser, Marketing Manager der PONS Langenscheidt GmbH. Vor der offiziellen Verkündung des Gewinnerwortes am Samstagmittag hatten sich ARD und ZDF in den sozialen Medien bereits einen regelrechten „Wettkampf“ um die originellste Anmoderation geliefert. Den Anfang machte ein Video mit Nachrichtensprecherin Susanne Daubner auf den Social-Media-Kanälen der „Tagesschau“, das umgehend für Spekulationen sorgte. Etliche Internet-User dachten fortan darüber nach, ob die ARD den Gewinner so womöglich schon vorab verraten, oder neudeutsch: „gespoilert“ habe. Zunächst hat man in dem Video den Eindruck, dass die 65‑Jährige – wie jedes Jahr – das Jugendwort erklärt. Gekleidet im gelben Blazer steht sie wohl im Studio und sagt: „Und jetzt ist es endlich so weit, das Jugendwort 2026 steht fest. Der Gewinner in diesem Jahr lautet …“, bevor sie daraufhin mit Blick in ihren digitalen Kalender einräumt, sich im Datum geirrt zu haben („Ach, ist heute erst der 9.?“). Und dann erfindet das ZDF mal eben das Wort „daubnern“ Stattdessen berichtete Daubner von anderen vermeintlichen Terminen in ihrem Kalender wie „Gundula-Gause-Cosplay“ oder „GTA-IV-Überraschungs-Release“ – und sagte: „Sorry Leute, ich komme morgen nochmal, aber vielleicht wisst ihr es ja jetzt schon“. Das Video, das am frühen Morgen gepostet wurde, erhält etwa bei Instagram binnen weniger Stunden Hunderttausende Likes. „Susanne ragebaitet uns alle“, heißt es in einem Kommentar. „Ragebait, der kein rage auslöst“, in einem anderen. Oder: „Peak ragebait Content (..) ich geh crashout hier“. Doch damit nicht genug – das ZDF nahm den Ball auf, und veröffentlichte ein Video, in dem ZDF-Frau Gundula Gause (in einem ähnlich zitronengelben Blazer gekleidet wie zuvor Daubner) ihrer ARD-Kollegin ein Kompliment machte: Sie sei nicht Susanne Daubner, und sie verkünde nicht das „Jugendwort des Jahres“, aber: Das ZDF vergebe sein eigenes Wort des Jahres, und das laute: „daubern“, sprich, etwas „Lustiges mit absoluter Souveränität vortragen“. Daubner verkündet in der ARD seit Jahren sowohl den Gewinner als auch die Nominierten. Ihre zumeist verspielten und stets augenzwinkernden Präsentationen genießen Kultstatus und werden auf dem „Tagesschau“-Kanal zumeist rege geteilt und kommentiert. Die Wahl des Jugendworts des Jahres gibt es seit 2008. Stimmberechtigt waren junge Menschen zwischen 11 und 20 Jahren. Im vergangenen Jahr gewann „das crazy“, eine Alternative zu „okay“.